Im 30 Monate dauernden Vorhaben soll untersucht werden, wie existierende Radiodienste nahtlos um personalierte Angebote ergänzt werden können. Das Projekt berücksichtigt dabei ausdrücklich bestehende und neu aufkommende Geschäftsmodelle der Radiolandschaft. Die Partner wirken gemeinsam auf ein technisch nachhaltiges Konzept hin, welches für den Nutzer verscheidene Verbreitungswegen wie DigitalRadio/DAB+, UKW und Streaming Radio nahtlos unter einer Oberfläche vereint. Durchgängiger einfache Benutzungbarkeit und Bedienkomfort auch über verschiedene Geräte hinweg (z.B. Radio zuhause, Smartphone unterwegs) spielt dabei für das Konsortium eine zentrale Rolle. Wir wollen insbesondere aber auch Radioprgrammanbietern mehr Möglichkeiten geben, verschiedenste Zusatzdienste einheitlich zur Verfügung stellen zu können und dies auch schon im Produktionsworkflow zu integrieren.

HbbRadio ermöglicht einerseits den Anbietern, den Audiostream mit zusätzlichen Inhalten anzureichern, andererseits wird jedem Nutzer ein personalisierter Stream angebten. Erreicht wird dies durch Feedbackschleifen, die sowohl den statischen als auch dynamischen Kontext des Nutzers erfassen und damit die Zusammenstellung der Audioinhalte beeinflussen. Diese Features sind essentiell für den Aufbau von nutzerzentrierten Radios. Nutzerzentrierte Radios werden in Zukunft eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, das enorme Ausmaß von Inhalten im globalen Informationsraum an die spezifischen Bedürfnisse der Nutzer anzupassen.

Als Umgebung wird neben dem Heim vor allem das mobile Endgerät betrachtet, z.B. um mit den verschiedenen Bedienkonzepten auf unterschiedlichen mobilen Plattformen zu harmonieren. Die Skalierbarkeit der Plattform soll es ermöglichen, aktuelle Übertragungswege und deren Einschränkungen zu berücksichtigen, aber auch für den Einsatz künftiger Übertragungstechnologien vorbereitet zu sein.

Semantisches internetzentriertes Radionetzwerk

Dieses Ziel ist essentiell für die optimale automatisierte Vernetzung beliebiger multimedialer Inhalte aus verschiedenen Quellen. Für die Bereitstellung von linearen Audioinhalten stellen die Rundfunkwege die bevorzugte Quelle dar, da der Rundfunk als Massenmedium am besten mit großen Nutzerzahlen skaliert.

Steht aber der gewünschte Sender lokal nicht zur Verfügung kann auf das Internetangebot des Betreibers zurückgegriffen werden. Abgesehen von Audioinhalten können Inhalte auch in Form von Bildern, Texten und Videos vermittelt werden. Die Daten können zudem nicht nur von den Mediadatenbanken der Radiosender stammen, sondern von verschiedenen Quellen wie online verfügbaren Informationsquellen (z.B. Wikipedia), Informationen von öffentlichen Ämtern (Wetter, Verkehr, Polizei), unabhängig produzierte Inhalte oder Inhalte, die von Nutzern erzeugt wurden. Eine gemeinsame Beschreibungssprache ist notwendig, um die Interoperabilität zwischen den Systemen, die automatische Suche sowie die Aggregation von Inhalten aus verschiedenen Quellen zu ermöglichen.

Nutzerprofile zur Optimierung personalisierter Programminhalte

Ziel ist hier das Erkennen der Bedürfnisse und Wünsche der Radionutzer, um ein personalisiertes Angebot bieten zu können. Dazu wird ein dynamisches Nutzerprofil aus dem bisherigen Radio‐Konsumverhalten, vorangegangenen Interaktionen und dem Nutzerkontext abgeleitet. Damit können Nutzercharakteristiken erstellt und mit einer Ontologie für Radioinhalte in Zusammenhang gebracht werden.

Um diese Ziele zu erreichen kooperieren fünf Institutionen aus Industrie und Forschung eng verzahnt im Projekt HbbRadio: Institut für Rundfunktechnik, Elgato Systems, DAVID Systems, Antenne Bayern und der Lehrstuhl für Mobile und Verteilte Systeme der Ludwig-Maximilians-Universität.